Lascaux

Ausschnitt aus der Szene im "Schacht" der Höhle von Lascaux (Dordogne/Frankreich; Magdalenien).

Die berühmte Szene aus dem "Schacht" der Höhle von Lascaux (Dordogne/Frankreich) mit dem "Vogelmenschen" (mit Vogelkopf und Vogelkrallen statt Händen), dem Vogelstab und dem verletzten Wisent im Zentrum stammt aus dem Magdalenien (ca. 15 000 v. Chr.). Innerhalb des Gangsystems der Höhle konnte diese Abbildung im "Schacht" von den Menschen des Magdalenien nur erreicht werden, indem sie sich mit einem Seil 5 Meter tief abseilten. Diese schwere Zugänglichkeit deutet auf die Wichtigkeit dieser Szene hin, die vielfältige Deutungen erfahren hat (magisches Jagdritual, Opferritus, Totemismus, Sternenkarte und Schöpfungsmythos etc.1). Häufig wird es in Zusammenhang mit schamanistischen Trancepraktiken gebracht: Von Schamanen traditioneller Kulturen ist bekannt, daß sie in Trance zum "Flug" durch die spirituelle "Oberwelt" die Gestalt eines Vogels annehmen und dabei auch von Hilfsgeistern, u.a. in Gestalt von Vögeln (konkretisiert als Tierkopfstab), begleitet werden 1).

Literatur:
1) Rappenglück, M. (1999). Eine Himmelskarte aus der Eiszeit? Ein Beitrag zur Urgeschichte der Himmelskunde und zur paläoastronomischen Methode. Frankfurt: Lang.

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