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Zunahme der Hypnosefähigkeit durch Oxytocin

Schon immer wurde im Verlauf der Geschichte der Hypnose versucht, die Hypnosefähigkeit von Patienten zu verbessern , weil man sich davon eine verbesserte Wirksamkeit der hypnotischen Behandlung versprach.
Dies wurde u.a. mittels LSD, Marihuana, sensorischer Deprivation etc. versucht, allerdings mit mäßigem Erfolg.
 Die im folgenden dargestellte Untersuchung geht einen neuen Weg und versucht die Hypnosefähigkeit auf endokrinologischem Weg über die Verabreichung von Oxytocin zu verbessern. Das in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts beschriebene Neuropeptid „Oxytocin“  (von griechisch ōkys „schnell“ und tokos „Geburt) spielt eine wichtige Rolle in der Perinatalperiode und ist für die emotionale Bindung zwischen Mutter und Kind bedeutsam. Darüberhinaus spielt Oxytocin aber auch eine wesentliche Rolle bei der Steuerung von prosozialem Verhalten (Vertrauen, Zuneigung, aber auch Ruheerleben). 
Wenn der „vertrauensvolle“ Rapport zwischen Patient und Hypnotherapeut wichtig für die Hypnoseerfahrung des Patienten ist, sollte man davon ausgehen, daß die Gabe von Oxytocin den Rapport und darüber auch die Hypnoseerfahrung intensiviert. Dieser Frage sind Bryant et al. (2012) nachgegangen.

 

Nach Oxytocingabe steigt die hypnotische Suggestibilität signifikant an, nicht aber nach Gabe eines Placebos

In der Doppelblind-Studie von Bryant et al. (2012) nahmen geringsuggestible Probanden  an dem Hypnosetest „Stanford Scale of Hypnotic Susceptibility: Form C“ (SSHS:C) teil. Sieben bis 9 Monate später wurde der Test wiederholt, wobei der einen Hälfte der Probanden 45 Minuten vor dem Test Oxytocin mittels Nasenspray verabreicht wurde, während die andere Hälfte (ebenfalls über Nasenspray) ein Placebo erhielt.  Insbesondere für die „kognitiven“ Aufgaben des SSHS:C (wie Halluzination einer Mücke, hypnotischer Traum,  posthypnotische Amnesie, Geruchsunempfindlichkeit gegenüber Ammoniak) zeigt sich eine signifikante Zunahme der Suggestibilität bei der zweiten Testung um das 2.7-fache des Wertes der 1. Testung, während in der Placebobedingung keine signifikante Verbesserung auftrat.

Diese Zunahme bedeutete allerdings nicht, daß die geringsuggestiblen Probanden nun hochsuggestibel wurden, sondern zeigte lediglich, daß eine statistisch signifikante Verbesserung erzielt wurde, die die Autoren als einen Beleg für eine neurochemische Basis der Hypnoseempfänglichkeit werten.

 

Literatur

Bryant, R.A., Hung, L., Guastella, A.J. & Mitchell, P.B. (2012). Oxytocin as a moderator of hypnotizability. Psychoneuroendocrinology, 37, 162 – 166.

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