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Hypnose bei psychogenem Mutismus (psychogene Stummheit)

Reinhold, Peter (2005). Kurzbehandlung eines psychogenen Mutismus. (Persönliche Mitteilung, Juni 2005).

In einem unserer Supervisionsseminare berichtete Dr.med. Peter Reinhold über eine Behandlung von Mutismus in einer psychiatrischen Klinik, die er wie folgt zusammengefaßt hat: Frau S. versuchte am Vortag sich durch Öffnen der Pulsadern zu suizidieren, kommt nach einer kurzen chirurgischen Behandlung und gibt Auskunft. Sie verweigert das Sprechen bzw. könne seit dem Suizidversuch nicht mehr reden, kommuniziert jedoch rege über Geschriebenes, wirkt auf diese Weise mitteilungsbedürftig. Grundlage der Verweigerung ist am ehesten eine hysteriforme Störung. Ich gebe ihr die Hand und sage, ich sei im Hause der für die Hypnose zuständige Arzt und will versuchen, ihr über eine Art Entspannung das Sprechen zu erleichtern. Um den Druck aus der Situation zu nehmen sage ich, daß es gut sein kann, daß das nicht so schnell gelingt, daß wir zunächst eine Vorübung durchführen werden.
Ich beginne mit einer Exploration über ihre schriftlichen Äußerungen, frage, ob es eine Situation gibt, die sie mochte, die sie gern oder als entspannt erlebt hat, woraufhin sie erwidert, daß sie einen großen schwarzen Kater besaß, der sich, wenn sie Sorgen hatte, auf ihren Brustkorb legte und dann schnurrte. Dieser sei vor 3 Jahren gestorben und das mache sie gelegentlich immer noch traurig. Weitere Ressourcen sind Reisen nach London; sie fuhr bereits viermal in ihrem Leben nach Großbritannien und die Fahrt in einem großen Doppelstockbus habe ihr besonders gut gefallen.
Ich beginne mit einer langen Einleitung über die Atmung und über einen Energiefluss über die Arme, über den Bauch, Ausbreitung von Entspannung, in die sie sich mit geschlossenen Augen recht gut begeben kann. Auch die Kontrolle der Trancetiefe über die sich verlangsamende Atmung gelingt gut. Ich nehme mir ca. 20 Minuten Zeit für die Induktion und bitte sie dann, sich in London wieder zu finden, zunächst in einer bunten Menschenmenge an der Bushaltestelle, lasse Details erinnern. Nach der Ankunft der Doppelstockbusses lasse ich sie im Gedränge der Menge einsteigen, oben Platz nehmen und den Blick aus dem Fenster in einen herrlichen Sommertag richten. Der Bus fährt los, ich weise sie auf Gerüche und Geräusche hin, auf die Stimmen der Menschen, auf die fremde Sprache und auf Fassaden und Häuser, die sie sehen kann, vielleicht daß ein Reiseführer in Englisch über Lautsprecher Dinge erklärt; halte mich allerdings, da ich nie in London war, mit Einzelheiten zurück und lasse sie aus ihren Erinnerungen schöpfen. Im weiteren führe ich eine männliche Person ein, die sich auf einen Sitz in ihrer Nähe setzt. Ich leite an, daß dieser in einem Transportkäfig eine Katze bei sich habe und schlage vor, daß sie deswegen ein Gefühl von Vertrauen zu ihm haben könnte, weil Menschen mit Katzen verständig sind. Ich lasse sie zunächst über oberflächliche Themen mit dieser Person in ein Gespräch kommen, Dinge die er über seine Heimatstadt London mitteilt, über sein Arbeitsumfeld und lasse sie erleben wie sie dann von ihrem Kater erzählt,  daraufhin beobachte ich, daß sie zu weinen beginnt  ich kommentiere, daß es auch sein kann, daß sie sich traurig fühlt dabei, daß er eine Katze bei sich hat und daß sie sich an ihren Kater erinnern könnte, daß sie vielleicht auch zu ihm darüber sprechen kann wie traurig sie über diesen Verlust ist und wie er dann den Käfig mit seiner Katze öffnet, damit sie sie streicheln kann, sie das weiche Fell in den Fingern spürt, die warme Haut und das Schnurren und sich dann trotz aller Traurigkeit darüber freuen kann, daß sie wieder einmal eine Katze gestreichelt hat; wie sie dann der Person von sich, von ihrer Verzweiflung erzählt, wie einem Menschen, den sie seit langem gesucht hat, der sie versteht in ihrer Verzweiflung und Isolation und ihr zuhört.
Nach ca. einstündiger Hypnose leite ich die Trance wieder aus; sie kehrt langsam in’s Hier und Jetzt zurück. Ich spreche sie ganz direkt darauf an wie es ihr erging und ob sie gut dorthin kam. Sie beginnt spontan zu sprechen und mir davon zu berichten, daß diese Person direkt neben ihr saß, ein junger Mann weißer Hautfarbe, wie er genau aussah und daß er für sie vertrauenswürdig war, da er eine Katze bei sich hatte, die er offensichtlich liebte. Sie sei sehr traurig gewesen, als sie an den Kater denken mußte, habe sich aber dann doch gut daruf einlassen können, daß seine Katze ein Zeichen von Vertrautheit sein konnte.
Wir unterhalten uns anschließend über ihre Problematik. Sie sagt, daß sie sich bei ihrer Familie nicht gut aufgehoben fühlt. Es gibt Konkurrenz zu ihrer drei Jahre älteren Schwester, die wie sie adoptiert wurde, die ihr Leben fest im Griff habe, die Abitur gemacht, studiert, einen guten Job habe und noch einmal weiter studieren möchte.
Gegenwärtig befindet sie selbst sich wieder in einer Schulausbildung und habe noch nicht einmal die Realschule hinter sich gebracht. Sie thematisiert weiterhin die Schwierigkeiten mit ihre Familie, wo sie als das "schwarze Schaf" gegolten habe, die es nicht so weit bringt wie die anderen. Weiterhin berichtet sie über ein unglückliche Beziehung, die von ihrem Freund abgebrochen wurde.
Ich bringe Frau S. auf die Station zurück, wo ich sie einem Pfleger übergebe, der die Kommunikation mit ihr lückenlos fortsetzt. Nur am Folgetage nach einem Telefonat mit ihrer Mutter kam es noch einmal für ca. 10 Minuten zum Mutismus, der sich aber durch direkte Ansprache aufheben ließ. Sie wurde tagesklinisch bis zu einer darauf stattfindenden Schulprüfung behandelt und stabilisiert entlassen.

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