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Hypnose bei Kraniotomie zur Resektion von Hirntumoren

Bei der neurochirurgischen Entfernung von Hirntumoren erhält ein Patient nach einer Fixierung des Schädels zunächst eine Vollnarkose, in der eine Kraniotomie (Schädelöffnung) vorgenommen wird. Dazu werden bei zusätzlicher Lokalanästesie mehrere Löcher in den Schädel gebohrt und mit einer Knochensäge eine Knochenplatte über dem Tumor herausgesägt, so daß der Chirurg nach Aufschneiden der Hirnhäute direkten Zugang zum Tumor hat.

Bei der Resektion des Tumors besteht die Gefahr, daß mit dem Tumorgewebe auch gesundes Gewebe entfernt wird und es damit zu neurologischen Ausfällen kommt (z.B. nach Verletzung des Sprachzentrums oder motorischer Zentren).

Um dies zu verhindern, wird der Patient aus der Vollnarkose geweckt und das Hirngewebe, das den Tumor umgibt, elektrisch gereizt (Schmerzen treten dabei nicht auf, da das Gehirn keine Schmerzrezeptoren besitzt). Anhand der Befragung des Patienten (z.B. nach dem Namen von Gegenständen oder nach ungewöhnlichen Empfindungen) während der elektrischen Reizung wird dann die Grenze zwischen gesundem und Tumorgewebe bestimmt und markiert („brain mapping“, s. Abbildung). Nach Resektion des Tumors erhält der Patient wieder eine Narkose, während der die äußere Hirnhaut mit einer Wundnaht verschlossen und der Schädel versorgt wird.

Diese übliche Vorgehensweise wird auch als AAA-Methode bezeichnet:

  1. Phase: Asleep - Vollnarkose + Lokalanästhesie während der Bohrung
  2. Phase: Awake - Wachzustand während der Bestimmung der Tumorgrenzen
  3. Phase: Asleep - Vollnarkose + Lokalanästhesie während der Verschließung des Schädels.

Die AAA-Methode hat zwei Nachteile (Zemmoura et al., 2016): Zum einen brauchen Patienten nach der Beendigung der Vollnarkose eine Aufwachphase von 10-40 Minuten, um der Befragung während der Bestimmung der Tumorgrenzen folgen zu können. Zum anderen können während der Narkose Probleme mit der Beatmung der Patienten auftreten.

Tumorposition (hellgrauer Bereich, Abb. Links)
„brain mapping“ (Kennzeichnung gesunden Gewebes (Abb. rechts)

Zur Vermeidung der erwähnten Nachteile der AAA-Methode führte ein Team von französischen Neurochirurgen (Universität Tours) die operative Entfernung von Hirntumoren (Gliome) bei 37 Patienten unter Einsatz von Hypnose durch (Zemmoura et al., 2016). Da keine Vollnarkose verwendet wurde, entfielen evtl. auftretende Probleme mit der Beatmung. Nach Abschluß der Kraniotomie gab es keine längere Wartezeit, sondern es konnte nach Zählen von 1 auf 10 gleich mit der Bestimmung der Tumorgrenzen begonnen werden.

  1. Phase: Hypnose (während der Bohrung/Lokalanästhesie)
  2. Phase: Wachzustand (während der Bestimmung der Tumorgrenzen)
  3. Phase: Wachzustand (während der Verschließung des Schädels).

Die subjektive Befindlichkeit während der Operation wurde über standardisierte Streßtests erfasst. Trotz der Geräusche bei Bohrung der Löcher in den Schädel und Heraussägens der Knochenplatte wurde überwiegend kein hohes Streßniveau gemessen(86 % der Patienten würden wieder einer Hypnose bei einer Tumorresektion zustimmen).

Leider standen den Autoren keine Befindlichkeitsdaten einer AAA-Kontrollgruppe zur Verfügung, so daß die Daten nicht mit dem üblichen AAA-Vorgehen verglichen werden konnten.

Auf jeden Fall kann die Arbeit aber als Machbarkeitsstudie gelten, die –hier zum ersten Mal – die erfolgreiche Verwendung von Hypnose bei der Resektion von Hirntumoren (Gliomen) belegt.

Zemmoura I, Fournier E, El-Hage W, Jolly V, Destrieux C & Velut, S (2016), Hypnosis for Awake Surgery of Low-grade Gliomas: Description of the Method and Psychological Assessment. Neurosurgery, 78, 53 – 61.

Ich danke Herrn Dr.med. Markus Geuting, Facharzt für Anästhesie (Klinik Löwenstein) und Mitglied der Ausbildungsgruppe Freiburg,  für den Hinweis auf die hier vorgestellte Arbeit.

P.S.: Wie wir kürzlich auf den Lindauer Psychotherapietagen erfahren haben, arbeitet Prof.Dr.med. Ernil Hansen (Universität Regensburg) ebenfalls mit Suggestionen bei Wach-Kraniotomie.

 

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